Vom Wendersplatz zum Rennbahnpark

Nirgendwo hat Neuss so viel Entwicklungspotenzial, wie auf der Achse vom Hafenkopf über den Wendersplatz bis hin zum Ende des Rennbahn-Parks. 

Reiner Breuer Neuss bewegen Rennbahn

 

Die Rennbahn als grüne Lunge der Stadt

Der Galopprennsport in Neuss ist Geschichte. Millionen wurden auf der Rennbahn verzockt. Nun können wir die Nutzung des zentralen Rennbahn-Parks ohne Galopp neu ausrichten.

Ich möchte den Rennbahn-Park auf keinen Fall bebauen, sondern in einen attraktiven und für alle Neusser zugänglichen Bürgerpark weiter entwickeln. Das Areal soll als grüne Lunge der Stadt Neuss erhalten bleiben. Events sollen dort stattfinden können, Möglichkeiten für Sport und Erholung ausgeweitet werden.

Schon im vergangenen Jahr habe ich gemeinsam mit der SPD Neuss und über 80 Neusserinnen und Neussern bei einer Dialogveranstaltung an Ideen für die Zukunft der Rennbahn gearbeitet. Schon damals habe ich klargestellt: Eine Wohnbebauung oder eine gewerbliche Nutzung kommen auf dieser Fläche nicht in Frage. Viel besser wären dort: Mehr Bäume für den Klimaschutz und die Erholung, mehr Freizeit- und Sportangebote sowie deutlich bessere Zugänge über die heutige Rennbahn in den Innenbereich des Parks.

 

Entwurf Rennbahnpark Neuss
Entwurf Rennbahnpark Neuss (Quelle: Stadt Neuss)

 

Erste Pläne liegen bereits vor. Ein Kölner Landschaftsarchitekt hat Ideen entwickelt und Skizzen gefertigt, die nun mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert werden sollen, bevor sie konkrete Formen anlehnen. Der bislang sehr karge Innenbereich könnte zum Beispiel mit mehr Bäumen und Sträuchern bepflanzt werden. Denkbar wäre auch, ihn durch einen zusätzlichen See zu verschönern. Die notwendigen Flächen für das Schützenfest bleiben auf dem sehr großen Areal natürlich wie bisher erhalten. Ganz wichtig: Der Rennbahn-Park muss geöffnet werden, sodass die Neusser ihn über mehrere Zugänge deutlich einfacher betreten können.


Den Wendersplatz zum „Heimathafen“ machen

Meine Vorschläge für eine Weiterentwicklung des Wendersplatzes kommen voran. Ich habe eine gründliche Planung zu Fragen des Verkehrs und des Städtebaus angestoßen. Erste Prüfaufträge und Leitlinien für Wettbewerbe ist der Stadtrat der Stadt Neuss mit großer Mehrheit gefolgt. Nun sollen die Bürgerinnen und Bürger sowie Betroffene beteiligt werden.

 

Rahmenbedingungen für die Umgestaltung des. Wenderplatz. in Neuss
Eine Darstellung der Stadtverwaltung zeigt die Rahmenbedingungen für die Umgestaltung. (Quelle: Stadt Neuss)

 

Als Bürgermeister möchte ich die Öffnung der Stadt Neuss zum Rhein fortsetzen. Dort, wo einst der Rhein floss, sollen unter dem Titel „Heimathafen Neuss“ kulturelle und bürgerschaftliche „Ankerplätze“ geschaffen werden. Es soll ein attraktiver und belebter Platzbereich entstehen, der viele Nutzungen ermöglicht. Geprüft werden soll unter anderem, ob das Clemens-Sels-Museum und weitere kulturelle Angebote dort in einem architektonisch hochwertigen Gebäude eine neue Heimat finden könnten. Auch Bürger-Dienstleistungen der Verwaltung könnten in diesem Gebäudekomplex eingebunden werden. Dafür sollen andere Außenstellen der Verwaltung wegfallen. Außerdem soll über die Schaffung eines Hochschul-Campus sowie Restaurants oder Cafés nachgedacht werden.

Ich weiß, dass einige Bürgerinnen und Bürger die Sorge um den möglichen Wegfall der kostenlosen Parkplätze umtreibt. Daher ist es vorgesehen, den bisherigen „Schotterparkplatz“ an der Rennbahn hinter dem Globe-Theater aufzuwerten und zu befestigen. Damit entstehen in nur 250 Meter Luftlinie vom Wendersplatz entfernt gut erreichbare und befestigte Parkplätze. Ebenso wird zu prüfen sein, ob unter dem Gebäude auf dem Wendersplatz eine Tiefgarage entstehen kann.

 

 

Ich möchte erreichen, dass der Marktplatz besser fußläufig mit dem Wendersplatz und dem Rennbahn-Park verbunden wird. Um attraktive Übergänge zu schaffen, muss die stark befahrene Straße zwischen Marktplatz und Wendersplatz „entschleunigt“ werden. Millionen Eure teure Brücken und Tunnel scheiden auch aus finanziellen Gründen aus. Aus diesem Grund haben Verkehrsplaner vorgeschlagen, den Bereich in einen sogenannten Gemeinschaftsplatz („Shared-Space-Bereich“) umzuwandeln. In so einem Bereich werden Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer durch städtebauliche Maßnahmen gleichberechtigt behandelt. Dies soll unter anderem durch eine Geschwindigkeitsreduzierung und der Schaffung attraktiver Platzbereiche erreicht werden. Das Modell der Gemeinschaftsplätze funktioniert und ist z.B. schon in Duisburg erfolgreich erprobt.


Eine Landesgartenschau für Neuss

In der heutigen Zeit ist eine Landesgartenschau keine „Blümchenshow“ mehr. Sie bietet vielmehr Chancen für die städtebauliche und ökologische Entwicklung einer Stadt und ihrer Stadtteile.

Ein Beispiel dafür war etwa die letzte Bundesgartenschau in Heilbronn im vergangenen Jahr. Dort konnte durch die Gartenschau ein komplett neues Stadtviertel entwickelt werden, einschließlich neuer Mobilitätskonzepte und moderner Ansätze für den Klimaschutz.

 

Neues Wohnviertel innerhalb der Bundesgartenschau Heilbronn
Neues Wohnviertel innerhalb der Bundesgartenschau Heilbronn

 

Aus diesem Grund setze ich mich dafür ein, dass die Stadt Neuss sich für die Ausrichtung der Landesgartenschau im Jahr 2026 bewirbt. Insbesondere die Rennbahn könnte nach der Aufgabe des Galoppsports als „Herzstück“ einer Landesgartenschau-Bewerbung profitieren. Hinzu kommt, dass im Hammfeld nicht mehr genutzte Büroflächen in ein neues Stadtviertel umgewandelt werden sollen. Ich bin davon überzeugt, dass das Areal zwischen Hafen, Wendersplatz , Rennbahn und Rhein durch eine Landesgartenschau nachhaltig und modern entwickelt werden könnte.

Und für die Umsetzung einer Landesgartenschau gibt es vom Land Nordrhein-Westfalen außerdem Fördergelder in Millionenhöhe. Eine solche Chance für unsere Stadt darf man sich nicht entgehen lassen.

Nach ersten positiven Signalen aus der Politik habe ich mich daher schriftlich an den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet gewandt und ihm das generelle Interesse bekundet. In seinem Antwortschreiben hat er eine mögliche Bewerbung der Stadt Neuss begrüßt und mich darin ermutigt, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.